Heute morgen beim Durchsehen der Mails und online-Schlagzeilen im Netz entdeckt: den Bio-Junky. Der Bio-Junky schreibt über seine persönlich getesteten Bioprodukte, vielleicht ist ein Tip oder Rat auch für Sie dabei? Ziemlich gut ist, dass Zutaten und Nährwerte gleich mit im Artikel stehen, sodaß Sie mit diesen Zahlen planen könnnen, wenn Sie es denn müssten.
Im folgenden Beitrag vom Bayrischen Rundfunk fehlt mir eines: Die Berechnung, das Wissen. Der Bürgermeister glaubt, seine Region hätte ausreichend Holz... Vor 5 Wochen habe ich mir mal aus Spaß von emsigen Kapitalanlageverkäufern die Anlage "Blockheizkraftwerk" angehört, deshalb leuchtet mir sofort ein, dass heimischer Wald durchaus in Gefahr sein kann, wenn das "Nachwachsen der Rohstoffe" auf die leichte Schulter genommen wird.
Am 28. Mai schrieben wir bereits über das Bio-Bashing der Journaille auf Grund eines Berichts der Stiftung der Warentest. Der BNN hat sich analytisch damit weiter beschäftigt und macht in seiner aktuellen Meldung noch mal deutlich, wie man die Bewertungen der Stiftung richtig einordnen sollte:
"Der neue„Bio-Check“ der Stiftung Warentest Bewertet wird nicht, was Bio besser macht
In schöner Regelmäßigkeit wiederholt die Stiftung Warentest plakativ: Bio ist nicht besser. So auch anlässlich der neuen Rückschau auf 52 Tests der Jahre 2002 bis 2010. Und in schöner Regelmäßigkeit kann die Biobranche nur antworten: Wer nicht testet und bewertet, was Bio besser macht und was Biokunden schätzen, muss zwangsläufig zu diesem Ergebnis kommen.
Wie in den Vorjahren räumen die Warentester zwar ein, dass Bio bei Schadstofffreiheit, sozialen, ethischen und ökologischen Faktoren punktet, im Gesamtergebnis kommt das nach Ansicht des Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) Herstellung und Handel e.V. jedoch nicht ausreichend zum Tragen. Dasselbe gilt für den Verzicht auf bedenkliche Zusatzstoffe und die geringe Schadstoff belastung. Gerade diese Punkte sind jedoch für die Mehrheit der Biokunden von größter Bedeutung.
Bio schmeckt anders – und das ist ein Vorteil Wie bei den früheren Untersuchungen führten auch geschmackliche Unterschiede zwischen ökologischen und konventionellen Lebensmitteln zu einer Abwertung. Das trägt nicht der Tatsache Rechnung, dass Menschen unterschiedliche geschmackliche Vorlieben haben. Biokunden und viele Gourmets schätzen gerade den naturbelassenen und besonderen Bio-Geschmack, der oft ein Ergebnis der schonenden Verarbeitung und des Verzichts auf die meisten der mehr als 300 in der EU zugelassenen und oft umstrittenen Zusatzstoffe ist.
Bio ist wirklich Bio – und noch viel mehr Im „Bio-Check“ heißt es eindeutig: „Bio ist wirklich Bio“. Die Stiftung Warentest fand dort, wo Bio draufsteht, auch tatsächlich Bio vor. Zum Beispiel wurde Biolachs nicht wie viele andere mit Farbstoffen rosa nachgefärbt, in der Bio-Milch ließ sich messen, dass Bio-Kühe wirklich Grünfutter erhalten hatten, und Obst und Gemüse waren rückstandsfrei. Gleich zeitig loben die Tester Bio-Produkte für ihre ökologische, tiergerechte und nachhaltige Produktion. Inzwischen berücksichtigt die Stiftung Warentest diese Kriterien zur „Corporate Social Responsibility – CSR“ vereinzelt, bisher aber leider erst in vier Tests. Dies misst dem jahrelangen Engagement der Naturkostunternehmen für eine soziale und ökologische Wirtschaftsweise zu wenig Bedeutung bei. In das Gesamturteil für den „Bio-Check“ fließen diese Kriterien gar nicht ein.
Unterschätzte Gefahr: Pestizide Die Pestizidfreiheit von Bio-Lebensmitteln wird gelobt, aber in der Bewertung nicht entsprechend honoriert. 75 Prozent der getesteten Bioprodukte waren ohne Befund, während das nur auf 16 Prozent der konventionellen zutrifft. Dieses Ergebnis relativieren die Warentester mit dem Hinweis, dass „nur“ neun Prozent der konventionellen die gesetzliche Höchstmenge nicht einhielten. Aus Sicht der Verbraucher ist gerade dieser Befund alarmierend: Denn er bedeutet, dass jedes zehnte konventionelle Lebensmittel mehr Pestizide enthält, als der Gesetzgeber erlaubt und damit die Gesundheit der Verbraucher schädigen kann. Außerdem wurden in den letzten Jahren viele Höchstmengen im Zuge der „EU-Harmonisierung“ angehoben, so dass inzwischen höhere Rückstände toleriert werden.
Mehrfachbelastungen werden nicht erfasst Die Konzentration auf die Höchstmenge versperrt beim Test den Blick auf die zahlreichen Mehrfachbelastungen mit Pestiziden im konventionellen Handel. Denn dabei bleibt zwar jedes einzelne Pestizid unter dem Grenzwert, Gesamtmenge und Kombination sind jedoch bedenklich. Weitere Forschung ist notwendig, aber die bisherigen Ergebnisse weisen auf gesundheitsschädliche Wechselwirkungen im menschlichen Körper hin. So können Stoffe, die einzeln harmlos sind, in derselben Konzentration in einer Wirkstoffmischung giftig wirken. Bei der Festlegung von Grenzwerten für Lebensmittel werden Kombinationswirkungen bisher nicht berücksichtigt – und somit auch nicht von der Stiftung Warentest.
Bioaktive Substanzen sind wichtig, aber nicht alles Im „Bio-Check“ werden ausschließlich die „bioaktiven Substanzen“ als Bewertungskriterium für gesundheitsfördernde Eigenschaften herangezogen. Das ist zu kurz gegriffen, denn daneben tragen auch Mineralstoffe, Vitamine und andere Stoffe zum ernährungs physiologischen Wert eines Lebensmittels bei. Mit bioaktiven Substanzen sind in der Regel sekundäre Pflanzenstoffe gemeint, zu denen eine Vielzahl unterschiedlicher Stoffgruppen zählt. Ihr Gehalt in Lebensmitteln, vor allem in Gemüse und Obst, unterliegt natürlichen Schwankungen und wird zum Beispiel von der jeweiligen Sorte, den Böden und der Anbauzeit beeinflusst. In der Literatur lassen sich daher unterschiedliche Aussagen zum Gehalt in ökologischen und konventionellen Lebensmitteln finden. Aus Sicht des BNN Herstellung und Handel ist es nicht gerechtfertigt, aufgrund der zwangsweise zufälligen Testergebnisse zu sekundären Pflanzenstoffen (und nur zu diesen) das Urteil „gesund“ oder „nicht gesund“ zu fällen.
Stiftung Warentest nennt Vorteile, lässt sie aber beim Testurteil unberücksichtigt Insgesamt berichtet die Stiftung Warentest differenzierter als in früheren Tests. Erfreulich ist zum Beispiel, dass der ökologische und soziale Zusatznutzen von Bio-Produkten ausführlich beschrieben wird, ebenso die gewollten Unterschiede, die sich aus den Herstellungs bedingungen für Bio-Produkte ergeben, zu denen schonende Verarbeitungsprozesse, mehr Handarbeit und sorgfältige Auswahl von Rohstoffen gehören. Künftig sollte dies jedoch auch Niederschlag in den Test-Ergebnissen finden, nicht nur in den ausführlichen Texten, die alle Leser, die nur schnell einen Blick auf die Tabellen werfen, nicht wahrnehmen.
Bio kann mehr! Die Naturkostbranche steht für eine umfassende, ganzheitliche Produktqualität und für eine nachhaltige Wirtschaftsweise. Der Biolandbau trägt zum Schutz von Mensch und Umwelt bei. Der BNN Herstellung und Handel und seine Mitgliedsunternehmen fordern daher Testkriterien, die die gesamte Kette der Lebensmittelproduktion und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt betrachten.
Pressekontakt: Elke Röder, Tel.: 030 / 847 12 24-24, E-Mail: presse@n-bnn.de Informationen zur Kampagne „Bio kann mehr“: www.bio-kodex.de"
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Ich finde, dass der Artikel die Vorteile vieler Bioprodukte klar heraushebt. Im Prinzip könnte man nach der Lektüre auch titeln: Konventionelle Lebensmittel klar im Nachteil.
Lesen, nicht biertischphilosophieren, liebe Herren und Damen Journalisten.
Ich glaube, bei den gestrigen Titeln und Aufmachern zum Artikel der Stiftung Warentest, dass Bioprodukte nicht besser seien als konventionelle Lebensmittel, muss man vor dem Verteilen von Stammtischparolen den Artikel mal lesen. Ich zitiere hier im Folgenden die Stiftung Warentest und frage mich dann, wie Journalisten zu Vokabeln bis hin zum Wort "Biolüge" kommen.
Nicht falsch verstehen: Eine Durchschnittsbetrachtung ist eine Durchschnittsbetrachtung. Da wird die Stiftung "mathematisch" richtig liegen. Aber der Teufel steckt erstens im Detail und zweitens möchten wir schon gegen die Sau, die hier wieder durchs Dorf getrieben wird (NICHT von der Stiftung, sondern von der Journaille, die ein Negativimage beschwört), anschreiben.
Stiftung Warentest hat ein durchschnittliches Urteil gefällt, dass da lautet: "Biolebensmittel sind nach den Qualitätsurteilen unserer Tests im Durchschnitt nicht besser als herkömmliche Produkte." Aha. Wer sich mit den Kriterien der Prüfung auseinandersetzt, weiß, dass die Stiftung noch Nachholbedarf hat bei der Einschätzung von Biolebensmitteln.
Aber nun ein paar Zitate aus dem Test:
"Frische Biovollmilch am besten"
"So wiesen wir in keinem Bioprodukt aus pflanzlichen Zutaten Rückstände von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln nach - von seltenen Verunreinigungen...mal abgesehen."
"Jede Milch enthielt vergleichsweise viel konjugierte Linol- und Alpha-Linolensäure."
"Der jüngste Test von Räucherlachs legte ebenfalls nah, dass alle Biolachse aus ökologischer Aquakultur stammten: Natürliche Futterbestandteile hatten ihr Fleisch rosa gefärbt, keine zugesetzten Farbstoffe."
"Ökobauern verzichten auf mineralischen Stickstoffdünger, chemisch-synthetische Pestizide, Massentierhaltung."
"In unseren Tests stellten wir fest, dass sich sekundäre Pflanzenstoffe in naturnah hergestellten Produkten meist ballten."
"Verbraucher können frischem Bioobst, Biogemüse und Biotee vertrauen: In 75 Prozent dieser Produkte waren seit 2002 gar keine Pestizide nachweisbar. So sauber waren nur 16 Prozent der konventionellen Ware."
Natürlich gibt es auch schlechte Qualitiäten in Bioprodukten - die die Stiftung auch findet. Aber bei den o. g. Aussagen sind die dümmlichen Überschriften aus den Gazetten von gestern wohl nicht gerechtfertigt.
Der durch den Dioxin-Skandal besonders betroffene Verband Naturland hat eine sehr gute Info herausgegeben, die wir gern hier veröffentlichen:
- Vorgeschichte: Im letzten Jahr wurde in Westeuropa nicht genug Bio-Körnermais geerntet. Daher wurden zwischen Dezember 2009 und Februar 2010 u.a. rund 2.500 Tonnen Bio-Körnermais aus der Ukraine an zwei niederländische Futtermittelhersteller geliefert, die den Mais innerhalb der Niederlande und nach Deutschland und Belgien verkauften. Der Mais wurde nach bisherigen Erkenntnissen anschließend an Geflügel-Betriebe in neun Bundesländern geliefert, u.a. auch an Naturland Betriebe. Nun hat die Kontrollstelle KAT bei Analysen in Eiern verschiedener Betriebe über dem Grenzwert liegende Dioxinwerte festgestellt. Untersuchungen (Einstreu, Boden, Wasser, Futtermittel) ergaben, dass der aus der Ukraine stammende Mais im Mischfutter mit Dioxin kontaminiert war.
- So gelangt Dioxin in Lebensmitteln: Dioxin entsteht bei Verbrennungsprozessen. Besonders im Bereich von Müllverbrennungsanlagen, an Plätzen, an denen früher Abfälle verbrannt wurden und ähnlichen Einrichtungen finden sich häufig überhöhte Dioxinwerte. Diese gehen in die aufwachsenden Pflanzen über und finden sich dann auch im Fett, Milch oder Eiern von Tieren, die diese Pflanzen gefressen haben. Solche Funde kommen häufig vor - unabhängig von der Produktionsform des Landwirtschaftsbetriebes. Ein zweiter, in diesem Fall sehr wahrscheinlicher Eintragspfad, kann die Trocknung sein: Wenn der Trocknungsofen einen technischen Defekt hat und deshalb beim Verbrennen Dioxine produziert und wenn obendrein die Ofenluft direkt durch das zu trocknende Getreide geblasen wird, kommt es auch zu einer Verunreinigung/Kontamination des Getreides.
- Ukrainischer Mais auch in Deutschland: Grundsätzlich durfte der nach der EU-Öko-Verordnung produzierte und kontrollierte Mais überall in Europa als Bio-Produkt verkauft werden. Für Naturland Bauern gilt hierbei folgende Regel: Es muss zuerst Naturland Rohstoff eingesetzt werden. Wenn dieser Rohstoff nicht in ausreichender Menge zur Verfügung steht, darf der Bauer den Rohstoff auch von Betrieben anderer deutscher Öko-Verbände kaufen. Nur wenn auch nicht genug Verbandsware verfügbar ist, kann das Unternehmen einen Antrag stellen, um den benötigten Rohstoff von EU-zertifizierten Betrieben beziehen zu dürfen - also von Betrieben, die nur nach den staatlichen EU-Bio-Vorschriften produzieren. Im vorliegenden Fall wurde dieser Antrag ordnungsgemäß gestellt und wegen des tatsächlich bestehenden Mangels an Verbandsware genehmigt. Es bestand jedoch die Auflage, dass der zugekaufte Mais getrennt gelagert wird und Analysen durchgeführt werden.
- Keine unmittelbare Gefahr: Die krebserregende Verbindung Dioxin kann sich im Körperfett speichern und wird dann nur langsam abgebaut. Hierin liegt die eigentliche Gefahr. Deshalb muss dieser Kontaminationsfall besonders ernst genommen werden. Naturland fordert, dass die Ursachen schnellstmöglich erkannt und abgestellt werden. Die bisher festgestellten Werte sind so nah am Grenzwert, dass das Bundesamt für Risikoforschung und das Niedersächsische Landesamt für Lebensmittelsicherheit eine unmittelbare Gesundheitsgefährdung der Verbraucher durch den Verzehr der belasteten Eier ausschließen. Trotzdem gilt: Weder bio noch konventionelle Eier dürfen in Verkehr gebracht werden, wenn nicht die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten werden.
- Naturland Qualitätssicherung ermöglicht Rückverfolgung: Naturland konnte aufgrund seiner Rückverfolgbarkeitssysteme unmittelbar nach Bekanntwerden der Kontaminationen feststellen, welche Betriebe das fragliche Futter erhalten haben. Es handelt sich um 12 Legehennenhalter und einen Mastgeflügelbetrieb. Die Betriebe in Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Hessen und Brandenburg sind vorsorglich gesperrt. Auf allen Betrieben wurden Eierproben genommen. Ergebnisse liegen noch nicht vor. Auch dort, wo die Behörden die fraglichen Betriebe nicht gesperrt haben (das wird in jedem Bundesland unterschiedlich gehandhabt), werden die Eier nun beprobt, um eine mögliche Gefährdung der Verbraucher ausschließen zu können. Der Eierverkauf ist derzeit bei allen Betrieben gestoppt bis entlastende Analysen vorliegen. Das kann je nach Labor bis zu fünf Tage dauern. Von dem belasteten Futter liegt nichts mehr auf den Betrieben. Rückstellproben werden zusätzlich auf Dioxin untersucht. Sollten die Analysen belastete Eier aufdecken, müssten die Tiere der betroffenen Bestände geschlachtet werden.
- Es sind noch Fragen offen: Ganz offensichtlich haben die Qualitätssicherungssysteme, die für den Einsatz von Importware in Futtermischungen vorgesehen sind, trotz aller Sicherheitsvorkehrungen und Analysen nicht ausreichend gewirkt. Die Frage, welche Verbesserungen vorgenommen werden müssen, wird aber erst dann beantwortet werden können, wenn alle Informationen von den Lieferanten der Rohware und den verarbeitenden Futterwerken vorliegen. Naturland wird in Zusammenarbeit mit den Futtermittelwerken das Qualitätssicherungssystem weiter verschärfen, um mögliche Kontaminationsquellen ausschließen zu können. Naturland wird Sie auf der Website www.naturland.de zeitnah informieren und dann eine Bewertung vornehmen, wenn die vorliegenden Informationen dazu ausreichen. Naturland bemüht sich darüber hinaus, den einheimischen Öko-Anbau auszubauen, um von Importware noch unabhängiger zu werden.
Impressum: Naturland Zeichen GmbH, GF Michael Stienen (V.i.S.d.P.) Am Haag 5, 82166 Gräfelfing
Es macht froh: Ein großer Teil der Eier, die Sie bei uns kaufen können, ist offiziell nicht belastet. Heute morgen kam die Bestätigung, dass die Eier vpm Bauckhof und aus Wiersdorf dioxinunbelastet sind.
Zur Verunreinigung von Bio-Eiern mit Dioxin zitiere ich Biohandel online von heute:
"Verunreinigte Futtermittel aus den Niederlanden haben zu Dioxin-Belastungen in deutschen Bio-Eiern geführt. Zwei Bio-Betriebe in Niedersachsen sind derzeit amtlicherseits gesperrt, weil in Eierproben der Dioxingrenzwert überschritten war. Bei sechs weiteren Betrieben ergaben die Analysen keinen Grund zur Beanstandung. Die Ergebnisse weiterer Futtermitteluntersuchungen stehen noch aus. Lidl und Rewe haben Bio-Eier aus dem Sortiment genommen. Der Bio-Fachhandel ist nicht
betroffen."
Fuer Eier gilt zwar eine niedrigere Dioxin-Norm als fuer andere Lebensmittel, trotzdem beruhigt das nicht. Als Ursache wurde verunreinigter Bio-Mais aus der Ukraine angegeben, der in ein hollaendisches Futtermittelwerk geliefert wurde. Festgestellt hat das Dilemma der KAT. Auf dessen Presse-Seite finden Sie weitere Informationen.
Heute bitte ich Sie um eine Hilfe für die Sektion für Landwirtschaft am Goetheanumin Österreich. Frau Zuur und Herr Fuchs untersuchen eine interessante Handlungslücke: Wir sagen (denken), was wir alles tun würden, und tun dann aber letztlich sehr viel weniger davon (z.B. Bio- oder Demeter-Produkte kaufen). Wie können wir diese Handlungslücke verengen?
Soeben sprach ich mit Horst Fiedler, dem Chefredakteur von biohandel-online.de. Sie veröffentlichten heute morgen einen sehr guten Artikel mit bei der ARD nicht genannten zusätzlichen Hintergründen zum Thema Palmöl. Wir haben die Erlaubnis bekommen, diese Hintergründe hier zu veröffentlichen:
Palmöl: Vertreibung von Bauern für Bio-Anbau
Mittwoch, 24. März 2010
Das Fernsehmagazin Report Mainz hat berichtet, dass der kolumbianische Bio-Palmöl-Hersteller Daabon Kleinbauern von ihrem Land vertrieben habe. Dort sollen künftig Plantagen für Bio-Palmöl entstehen. Die Vertreibungen wurden konkret mit Produkten von Allos, Alnatura und Rapunzel in Verbindung gebracht. Diese Firmen fordern eine rasche Aufklärung der Vorwürfe.
Der von Report berichtete Konflikt um die Siedlung Las Pavas ist nicht neu. Bereits im September 2009 berichtete der britische Observer darüber, dass Daabon im Juli 2009 über 100 Familien von einer Ranch im Süden Kolumbiens habe vertreiben lassen. Aufgehängt wurde die Geschichte an einem populären Kunden Daabons, der Kosmetikkette Body Shop.
Die Daabon Group ist ein kolumbianischer Mischkonzern, der auch ökologische Plantagenwirtschaft betreibt. Der Bio-Unternehmenszweig Daabon Organic ist seit 16 Jahren Handelspartner der deutschen Naturkostbranche und liefert nicht nur Palmöl, sondern auch Bananen, Kaffee und Kakao. In einem Nachhaltigkeitsbericht vom September 2008, den Daabon an seine Kunden verschickt hat, ist der Disput bereits beschrieben. Auf seiner Webseite berichtet Daabon über die Geschichte des Konflikts und seine Sicht der Vorgänge. Demnach seien sämtliche bisherigen Entscheidungen der Gerichte und Behörden zu Eigentumsfragen zugunsten des Konsortiums gefallen, dem eine Daabon-Tochtergesellschaft (mit 50 %) angehört. Dieses hatte das 1.200 Hektar große Gelände Anfang 2007 gekauft. Außerdem befinde man sich seit Mitte 2009 im Gespräch mit den Kleinbauern, die das Gelände für sich beansprucht hatten.
Daabon hat guten Ruf in der Branche
Um auch den Kleinbauern ein festes Einkommen zu sichern, sollen nach Angaben Daabons in der geplanten Ölmühle auch deren Palmfrüchte verarbeitet werden. Ein solches Modell hat Daabon bereits im Norden Kolumbiens umgesetzt, wo das Bio-Palmöl erzeugt wird, das viele deutsche Naturkosthersteller derzeit einsetzen. Beteiligt ist dort eine Kooperative mit 450 Familien, die neben ihrem Eigenbedarf Kakao und Ölpalmen anbauen. Die Aktivitäten von Daabon in Nordkolumbien sind (neben der Öko-Zertifizierung) auch nach dem Sozialstandard SA8000 zertifiziert, ein kleiner Teil der Produktion auch nach dem Fair-Standard von Ecocert.
Von alledem war in dem Sechs-Minuten-Beitrag von Report Mainz nichts zu hören. Daabon selbst kam nur mit einem Satz zu Wort: „Die Räumung sei legal, Daabon sei der rechtmäßige Eigentümer.“ Die ausführliche Stellungnahme des Unternehmens wurde unerwähnt ins Netz gestellt. Aber in der Tat ist die Geschichte – wie wohl vieles in Kolumbien – komplizierter. Die Menschenrechtsorganisation FIAN berichtet, dass das umstrittene Farmgelände von den Bauern schon von 1997 bis 2004 besetzt gewesen sei, bevor sie von rechten Paramilitärs vertrieben worden seien (was Daabon nirgends erwähnt). Die britische Organisation Christian Peacemaker Teams berichtet, wie Daabon nach der Vertreibung bestehenden Wald auf dem Gelände gerodet hat.
10.000 Protestmails an Allos, Alnatura und Rapunzel
Die Organisation Rettet den Regenwald schreibt, sie habe bereits 2009 Naturkosthersteller auf die Vertreibung in Las Pavas aufmerksam gemacht und auch darauf, dass die Firma geschützte Ufervegetation illegal gerodet habe und die größte (konventionelle) Palmöl-Dieselraffinerie Lateinamerikas baue. Rettet den Regenwald hat mit Verweis auf Report Mainzeine Liste mit fast 600 Produkten – überwiegend aus dem Fachhandel – veröffentlicht, die Bio-Palmöl enthalten. Außerdem rief die Organisation zu einer Protestaktion auf, bei der (laut Webseite) binnen eines Tages über 10.000 Menschen Mails an Allos, Alnatura und Rapunzel geschickt haben.
Rapunzel hat auf den Protest reagiert und schreibt in seiner Stellungnahme: „Unsere Rohstoffexpertin wird Anfang April den Lieferanten in Kolumbien besuchen. Dabei wird sie nicht nur das Bio-Anbaugebiet im Norden, aus dem Rapunzel sein Palmfett bezieht, inspizieren, sondern auch Las Pavas. Mit den Erkenntnissen des Besuches und den Bildern der Landvertreibung und Flächenrodung des ARD-Reports werden wir die Firma Daabon konfrontieren. Sollten sich die vom ARD-Report erhobenen Vorwürfe bezüglich Las Pavas bestätigen und die derzeit laufende Mediation der Parteien vor Ort keine konstruktive und einvernehmliche Lösung erbringen, so wird dies eindeutige Konsequenzen für die Geschäftsbeziehung mit Daabon haben.“ In der Stellungnahme von Rapunzel gegenüber Report hieß es noch zurückhaltender, man werde „bei Bedarf Verbesserungsmaßnahmen einfordern und überprüfen“.
Allos schreibt: „Wir sind seit Kenntnis dieser Vorwürfe in intensivem Kontakt mit unserem Lieferanten zur Aufklärung der Sachlage. Aus unserer langjährigen Zusammenarbeit mit Daboon haben wir grundsätzlich keinen Grund an dem Verhalten unseres Lieferanten zu zweifeln. Daboon nimmt derzeit an einem Mediationsverfahren über den Konflikt „Las Pavas“ teil unter Leitung einer unabhängigen Nicht-Regierungsorganisation. Außerdem prüfen Gerichte den Fall. Der Vorwurf ‚Landvertreibung’ wiegt schwer, und uns berührt das von Journalisten geschilderte Schicksal der Familien. Es erfolgt eine kurzfristige Prüfung von Las Pavas über einen externen Bio-Zertifizierer vor Ort. Außerdem werden wir mit anderen deutschen Herstellern und Handelsunternehmen gemeinsam einen Audit vor Ort durchführen. Wir erwarten ein ökologisch und sozial verträgliches Verhalten unserer Geschäftspartner.“
Alnatura drängt ebenfalls auf rasche Klärung der Vorwürfe. „Auch wenn wir keine direkten Geschäftsbeziehungen zu Daabon haben, da wir das Palmöl nicht selbst einkaufen oder verarbeiten: Wir dulden keine Landvertreibungen und unfairen Arbeitsbedingungen, weder bei unseren Herstellern noch bei deren Lieferanten.“ (leo)
Kommentar
Das meiste Bio-Palmöl weltweit kommt von Daabon aus Kolumbien und von Agropalma in Brasilien. Insgesamt wachsen dort allerdings gerade mal auf etwa 10.000 Hektar Bio-Palmen – in Plantagen, die deutlich vielfältiger sind als die konventionellen, von denen es alleine in Kolumbien über 300.000 Hektar gibt. Die Umweltorganisation Robin Wood hat bereits 2007 beschrieben, wie die Menschenrechte von den konventionellen Palmölproduzenten mit Füßen getreten werden. Dass Report Mainz keinen Film darüber (und über die konventionellen deutschen Kunden dieses Palmöls) gemacht hat, sondern über Bio-Palmöl, mag viele Gründe haben. Einer ist sicher der, dass es gerade angesagt ist, Bio an den Karren zu fahren. Deshalb widmet sich die Hälfte des Films nicht der durchaus verzwickten Geschichte von Las Pavas, sondern den deutschen Bio-Lebensmitteln mit Palmöl. Da kommt kein Vertreter von Daabon zu Wort, wie es journalistisch üblich wäre, sondern es werden Werbevideos von Rapunzel und Allos gezeigt. Dass Daboon als „multinationaler Konzern“ und ein „Gigant auf dem Weltmarkt der industriellen Landwirtschaft“ vorgestellt wird, spricht für sich.
Eine Vertreibung Landloser auch mit Rechtstitel passt nicht mit den Ansprüchen der Bio-Branche zusammen. Deshalb ist es gut, dass die Kunden Daabon jetzt stärker in die Pflicht nehmen wollen, als dies seit Bekanntwerden der Vertreibung im Herbst 2009 anscheinend der Fall war. Doch am meisten freuen sich über so einen Film die Hersteller und Verarbeiter von konventionellem Palmöl. Weil der Beitrag die Alternative undifferenziert schlecht macht.
Das Thema Palmöl ist derzeit im Fokus, nicht nur in der Biobranche. Weil aber bei uns besonders genau hingeguckt wird, dauert eine vernünftige Stellungnahme zu Vorwürfen des nächtlichen Fernsehens schon mal einen Tag .
Rapunzels komplette Meinung zum Thema können Sie hier als pdf lesen. Einige Passagen der Stellungnahme möchten wir gern hier veröffentlichen.
"Das Wissen um die Problematik von Primärwaldrodung zur Palmöl-Erzeugung hat uns bereits in den 90er Jahren veranlasst, uns aktiv um einen alternativen, nachhaltigen Öko- Anbau zu bemühen – zusammen mit Daabon. Noch heute bezieht RAPUNZEL sein Palmfett aus Kolumbien. Die Bio-Anbaugebiete Magdalena und Guajira liegen im Norden. Die Flächen, auf denen auch Kakao, Bananen und Kaffee nach den Richtlinien des Ökologischen Landbaus kultiviert werden, sind seit 1994 regelmäßig bio-zertifiziert. RAPUNZEL bezieht Bio-Palmöl ausschließlich aus diesem Gebiet und nicht aus Las Pavas.
Im Oktober 2009 erhielten wir erste Informationen über einen Landkonflikt in der Region Las Pavas im Westen Kolumbiens, in den eine Tochterfirma von Daabon verwickelt sein soll. Da RAPUNZEL der achtsame Umgang mit Menschen und die Sozialverträglichkeit der Nahrungsmittelerzeugung ein grundsätzliches Anliegen ist, wurde der langjährige Lieferant unverzüglich zu einer ausführlichen Stellungnahme aufgefordert. Die nachvollziehbaren Ausführungen des Familienunternehmens zu diesem komplexen Sachverhalt haben uns bisher keinen Anlass gegeben, an deren Aussagen zu zweifeln. Zumal Daabon unseres Wissens bislang nie in Landkonflikte verwickelt war.
Unsere Rohstoffexpertin wird Anfang April den Lieferanten in Kolumbien besuchen. Dabei wird sie nicht nur das Bio-Anbaugebiet im Norden, aus dem RAPUNZEL sein Palmfett bezieht, inspizieren, sondern auch Las Pavas. Mit den Erkenntnissen des Besuches und den Bildern der Landvertreibung und Flächenrodung des ARD-Reports werden wir die Firma Daabon konfrontieren. Sollten sich die vom ARD-Report erhobenen Vorwürfe bezüglich Las Pavas bestätigen und die derzeit laufende Mediation der Parteien vor Ort keine konstruktive und einvernehmliche Lösung erbringen, so wird dies eindeutige Konsequenzen für die Geschäftsbeziehung mit Daabon haben."
E-books und e-book-reader sind überall im Gespräch. Wir haben für Sie den milk-reader entdeckt - kaufen Sie Brodowiner demeter-Milch in der Tüte, lesen Sie die Geschichten zu Brodowiner Naturschutzprojekten.
Klarer lässt sich nicht sagen, wofür das Geld, das mit demeter-Milch verdient wird, auch eingesetzt wird. Der Leitgedanke des brandenburgischen Demeter-Betriebes im Herzen des UNESCO Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin ist, Demeter-Bio-Produkte auf höchstem Niveau zu erzeugen und gleichzeitig Naturschutz zu betreiben.Wie Geschäftsführer Ludolf von Maltzan sagt: Bio+Naturschutz=Ökodorf Brodowin.
Der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) Herstellung und Handel e.V. ist der Verband der mittelständischen Naturkost-Großhandelsunternehmen und Naturkost-Verarbeiter. Der Verband verabschiedet besondere Qualitätsrichtlinien für den Naturkost-Fachhandel, die über die gesetzlichen Anforderungen für Bio-Produkte hinausgehen.
Dazu führt der BNN ein eigenes Monitoring-System und ist zurecht stolz auf die Ergebnisse:
Bio-Anbau plus BNN-Monitoring sorgen für Obst und Gemüse in Bestform
Paprika, Tomaten und Äpfel ohne jeglichen Rückstand
Die aktuellen Ergebnisse aus dem BNN-Monitoring für Obst und Gemüse beweisen erneut: Frischware im Naturkosthandel ist sicher. 2009 gab es bei über 96 Prozent der untersuchten Proben keinerlei Grund zur Beanstandung. Die in der EU geltende Höchstmenge hielten lediglich 0,4 Prozent der Proben nicht ein. Ein weiteres erfreuliches Ergebnis: Bei Äpfeln, Auberginen, Paprika und Tomaten aus Bioanbau wurden überhaupt keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel nachgewiesen.
Betrachtet man die Ergebnisse der letzten sechs Jahre, so zeigt sich, dass die niedrige Zahl der Verunreinigungen und Rückstände auf dem Bio-Frischmarkt tendenziell weiter zurückgeht – abgesehen von kleineren Auf- und Abwärtsbewegungen. Dies ist auch auf die sorgfältige Ursachenrecherche bei Pestizidnachweisen zurückzuführen, die ein wesentlicher Baustein des BNN-Monitorings ist. Dieser Mechanismus greift auch, wenn der selbst gesetzte Wert der Naturkostbranche, der BNN-Orientierungswert für Pestizide von 0,01 mg/kg, nicht eingehalten wird, wie es 2009 bei 3,7 Prozent der Proben der Fall war.
Persönlich hielt ich es mit Urs Niggli, Mitglied der EU-Logo-Jury, der sowohl den Wettbewerb als auch insbesondere das Logo verteidigte, welches (leider) nur auf Platz 2 kam.
Das BIO COMPANY Blog informiert Sie stets aktuell über Wochenangebote und Aktionen, Produkte und Preise sowie über Neues aus Ihrer BIO COMPANY. Auch finden Sie hier Neuigkeiten aus der Bio-Szene! Viel Spaß mit unserer "online-Biozeitung"!
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Es gibt Dinge, die sind uns wichtig, obwohl sie nicht bio sind . Wir schreiben darüber, finden diese Dinge im Leben oder im Netz und meinen, daß sie einen Link wert sind. Natürlich freuen wir uns, wenn Sie mit unseren Tips etwas anfangen können. Uns gefällt - vital-genuss.de.
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